Gewinnwahrscheinlichkeit beim Eurojackpot: 5 Hauptzahlen, 2 Eurozahlen und alle 12 Gewinnklassen
Der Eurojackpot ist ein europaweites Lottospiel mit Ziehungen zweimal wöchentlich. Die Gewinnwahrscheinlichkeiten lassen sich – wie beim deutschen Lotto 6aus49 – mathematisch exakt berechnen. Diese Seite erklärt die Formel, listet alle 12 Gewinnklassen auf und stellt die Chancen dem 6aus49 gegenüber.
Die Grundformel: 5 Hauptzahlen und 2 Eurozahlen
Beim Eurojackpot wählt man 5 Hauptzahlen aus dem Bereich 1–50 und 2 Eurozahlen aus dem Bereich 1–12. Die Gesamtzahl möglicher Kombinationen berechnet sich durch getrennte Berechnung und anschließende Multiplikation:
Hauptzahlen: C(50,5) = 50! / (5! × 45!) = 2.118.760
Eurozahlen: C(12,2) = 12! / (2! × 10!) = 66
Gesamt: 2.118.760 × 66 = 139.838.160
Quelle: Kombinatorik (exakt berechenbar)
Diese Zahl ist exakt dieselbe wie beim Lotto 6aus49 mit Superzahl: 13.983.816 × 10 = 139.838.160. Zwei völlig verschiedene Spielformate landen also auf demselben Wert – zwei Ziehungen aus zwei Töpfen einerseits, eine Ziehung plus eine Losziffer andererseits. Nachprüfbar ist die Gleichheit; ob sie beabsichtigt war, lässt sich aus den Spielregeln nicht ablesen.
Die Gewinnwahrscheinlichkeit der 12 Gewinnklassen
Aus den beiden Töpfen folgt die allgemeine Formel für jede Klasse. Für h richtige Hauptzahlen und e richtige Eurozahlen gilt:
$$C(5,h) \times C(45,,5-h) \times C(2,e) \times C(10,,2-e)$$
Die ersten beiden Faktoren zählen, auf wie viele Weisen der Tipp h der fünf gezogenen Hauptzahlen und die restlichen Felder aus den 45 nicht gezogenen trifft; die beiden hinteren machen dasselbe für die Eurozahlen. Am Beispiel der häufigsten Klasse, 2 Hauptzahlen und 1 Eurozahl:
$$C(5,2) \times C(45,3) \times C(2,1) \times C(10,1) = 10 \times 14.190 \times 2 \times 10 = 2.838.000$$
Geteilt durch 139.838.160 ergibt das 1 zu 49,27. Jede Zeile der folgenden Tabelle entsteht aus dieser Formel mit anderen Werten für h und e.
| Klasse | Hauptzahlen richtig | Eurozahlen richtig | Wahrscheinlichkeit (ca.) |
|---|---|---|---|
| 1 | 5 | 2 | 1 : 139.838.160 |
| 2 | 5 | 1 | 1 : 6.991.908 |
| 3 | 5 | 0 | 1 : 3.107.515 |
| 4 | 4 | 2 | 1 : 621.503 |
| 5 | 4 | 1 | 1 : 31.075 |
| 6 | 4 | 0 | 1 : 13.811 |
| 7 | 3 | 2 | 1 : 14.125 |
| 8 | 2 | 2 | 1 : 985 |
| 9 | 3 | 1 | 1 : 706 |
| 10 | 3 | 0 | 1 : 314 |
| 11 | 1 | 2 | 1 : 188 |
| 12 | 2 | 1 | 1 : 49 |
Wahrscheinlichkeiten mathematisch aus der Kombinationsformel abgeleitet. Keine Schätzwerte.
Die häufigste Gewinnklasse ist Klasse 12 (2 Hauptzahlen + 1 Eurozahl, ca. 1 zu 49). Sie trifft statistisch bei jedem 49. Tipp ein.
Warum die Klassennummern nicht der Seltenheit folgen
An zwei Stellen weicht die Nummerierung von der Wahrscheinlichkeit ab, und das ist kein Fehler der Tabelle. Klasse 7 (3 Hauptzahlen + 2 Eurozahlen, 1 zu 14.125) ist seltener als die niedrigere Klasse 6 (4 Hauptzahlen + 0 Eurozahlen, 1 zu 13.811). Und Klasse 8 (2 Hauptzahlen + 2 Eurozahlen, 1 zu 985) ist seltener als die höhere Klasse 9 (3 Hauptzahlen + 1 Eurozahl, 1 zu 706).
Der Grund ist, dass zwei Größen um den Rang konkurrieren. Eine Hauptzahl mehr wiegt anders als eine Eurozahl mehr, weil die Töpfe verschieden groß sind: 5 aus 50 gegen 2 aus 12. Beide Eurozahlen zu treffen liegt bei 1 zu 66, drei Hauptzahlen zu treffen bei 1 zu 214 – die schwerere Anforderung ist die auf der Hauptzahlen-Seite. Verlangt eine Klasse beide Eurozahlen und dafür weniger Hauptzahlen, kann sie deshalb seltener sein als eine Klasse mit niedrigerer Nummer.
Gegenprobe und die Klassen, die es nicht gibt
Die Summe der günstigen Fälle aller zwölf Klassen beträgt 4.393.191. Davon abgeleitet: die Chance, überhaupt in eine Gewinnklasse zu fallen, liegt bei rund 1 zu 32, und 96,86 Prozent aller Tipps gewinnen nichts.
Von den 18 kombinatorisch möglichen Paaren aus h und e sind nur zwölf Gewinnklassen. Die sechs ausgelassenen sind genau die häufigen: null oder eine Hauptzahl ohne beide Eurozahlen deckt allein schon rund 80 Prozent aller Tipps ab. Am unteren Rand entscheidet dabei die Eurozahl: 1 Hauptzahl + 2 Eurozahlen ist eine Klasse (1 zu 188), 2 Hauptzahlen ohne Eurozahl mit 4,57 Prozent aller Tipps dagegen nicht.
Die erwartete Trefferzahl pro Tipp folgt aus derselben Verteilung: 5 × 5 / 50 = 0,5 Hauptzahlen und 2 × 2 / 12 = 0,33 Eurozahlen. Ein durchschnittlicher Tipp trifft also weniger als eine Zahl in jedem der beiden Töpfe.
Vergleich mit Lotto 6aus49
| Merkmal | Lotto 6aus49 | Eurojackpot |
|---|---|---|
| Gesamtkombinationen | 139.838.160 | 139.838.160 |
| Jackpot-Wahrscheinlichkeit | 1 : 139.838.160 | 1 : 139.838.160 |
| Gewinnklassen | 9 | 12 |
| Häufigste Klasse | Klasse 8 (~1:63) | Klasse 12 (~1:49) |
| Ziehungstage | Mi + Sa | Di + Fr |
Bei gleicher Jackpot-Wahrscheinlichkeit unterscheiden sich die Spiele im unteren Bereich messbar. Der Eurojackpot verteilt 12 Klassen über dieselben 139.838.160 Fälle, das 6aus49 nur 9. Seine häufigste Klasse trifft jeden 49. Tipp, die häufigste 6aus49-Klasse jeden 63. In der Summe aller Klassen liegen beide dennoch dicht beieinander: 3,14 Prozent gegenüber 3,19 Prozent aller Tipps. Der Eurojackpot schüttet also nicht öfter aus, sondern fächert dieselbe Gesamtquote feiner auf.
Ausschüttungssystem
Der Eurojackpot verwendet wie das deutsche Lotto ein pari-mutuelles System: Die Gewinne werden nicht als feste Beträge ausbezahlt, sondern sind abhängig vom Preispool der jeweiligen Ziehung und der Anzahl der Gewinner je Klasse. Aktuelle Quoten je Ziehung veröffentlicht der Eurojackpot-Veranstalter.
Wer Zahlen für einen Eurojackpot-Tipp wählen möchte, kann den Zufallszahlengenerator nutzen, der Zufallskombinationen sowohl für 6aus49 als auch für Eurojackpot erzeugt.
tools/derive-probabilities.py nachrechnen.
Häufig gestellte Fragen
Wie groß ist die Chance auf den Eurojackpot?
Die Wahrscheinlichkeit für die Jackpot-Klasse (5 Hauptzahlen + 2 Eurozahlen) beträgt 1 zu 139.838.160. Berechnet aus C(50,5) × C(12,2) = 2.118.760 × 66 = 139.838.160 möglichen Kombinationen.
Wie wird die Gesamtzahl der Eurojackpot-Kombinationen berechnet?
Man berechnet die Anzahl der Möglichkeiten für die Hauptzahlen und die Eurozahlen getrennt und multipliziert sie: C(50,5) = 2.118.760 für die 5 Hauptzahlen aus 50, und C(12,2) = 66 für die 2 Eurozahlen aus 12. Zusammen: 2.118.760 × 66 = 139.838.160.
Ist der Eurojackpot schwieriger zu gewinnen als 6aus49?
Die Jackpot-Wahrscheinlichkeit ist bei beiden identisch: 1 zu 139.838.160. Der Aufbau ist unterschiedlich – beim 6aus49 sind es 6 aus 49 plus eine Superzahl (1 aus 10), beim Eurojackpot 5 aus 50 plus 2 aus 12. Die Verteilung der unteren Klassen unterscheidet sich.
Wie viele Gewinnklassen hat der Eurojackpot?
Der Eurojackpot hat 12 Gewinnklassen. Die niedrigste (Klasse 12) erfordert 3 Hauptzahlen richtig und keine Eurozahl. Die höchste (Klasse 1) erfordert 5 Hauptzahlen und beide Eurozahlen.
Wie wird der Eurojackpot ausgeschüttet?
Wie beim deutschen Lotto 6aus49 verwendet der Eurojackpot ein pari-mutuelles System: Ein prozentualer Anteil der Spieleinsätze wird als Preispool definiert und anteilig auf die 12 Klassen aufgeteilt. Die genauen Prozentsätze und aktuellen Quoten veröffentlicht der Eurojackpot-Veranstalter nach jeder Ziehung.
Kann man durch mehr Tipps die Jackpot-Chance erhöhen?
Ja – proportional zu den Kosten. Wer 10 Tipps spielt, hat 10-mal mehr absolute Gewinnchancen, aber auch 10-mal höhere Ausgaben. Die Wahrscheinlichkeit pro Kombination bleibt 1 zu 139.838.160. Es gibt keine Strategie, die dieses Verhältnis verändert.
Warum hat der Eurojackpot so viele mögliche Kombinationen?
Das liegt an der Kombination zweier Zahlenräume: Hauptzahlen aus einem Pool von 50 (statt 49 bei 6aus49) und Eurozahlen aus 12. Obwohl man nur 7 Zahlen insgesamt wählt, ist die Gesamtzahl der Kombinationen durch die Multiplikation beider Bereiche sehr groß – sie entspricht zufällig exakt der Jackpot-Kombinationszahl von 6aus49 mit Superzahl.